Warum Japan und China US-Schulden verkaufen

Asien reduziert seine Wette auf die USA

NIKK225

Schlüsselzone: 61,000 - 62,000

Kauf: 62,500 (auf Grundlage starker positiver Fundamentaldaten); Ziel 64,000; StopLoss 62,000

Verkauf: 60,000 (bei einem bestätigten Durchbruch unter 61,000); Ziel 58,500-57,500; StopLoss 60,500

Am US-Schuldenmarkt ist ein Signal aufgetaucht, das Investoren nicht ignorieren können: Die größten ausländischen Halter amerikanischer Staatsanleihen haben begonnen, ihre Positionen aktiv zu reduzieren. Vor dem Hintergrund des Konflikts im Nahen Osten sind Zentralbanken gezwungen, einen Teil ihrer Dollarreserven zu verkaufen, um nationale Währungen zu stützen, die aufgrund der Energiekrise und steigender Importkosten unter Druck geraten.

Laut Daten des US-Finanzministeriums reduzierte China im März seine Investitionen in US-Staatsanleihen auf 652,3 Milliarden US-Dollar. Das entspricht etwa 6% weniger als im Februar und stellt den niedrigsten Wert seit September 2008 dar.

Japan reduzierte sein Portfolio um rund 47 Milliarden US-Dollar auf 1,191 Billionen US-Dollar. Vor diesem Hintergrund beobachtet Washington aufmerksam, ob Tokio langfristige Treasuries nutzt, um Devisenmarktinterventionen zur Unterstützung des Yen zu finanzieren.

Der Ausverkauf von Vermögenswerten verstärkte sich nach Beginn des Konflikts zwischen den USA und Iran, als die Ölpreise stark anstiegen. Asiatische Volkswirtschaften, die stark von Energieimporten aus dem Persischen Golf abhängig sind, erlebten den größten Energieschock der letzten Jahrzehnte. Unter diesen Bedingungen entschieden sich die Behörden mehrerer Länder dafür, Dollaranlagen teilweise zu reduzieren, um Deviseninterventionen zu finanzieren und die nationalen Finanzsysteme zu stabilisieren.

Die zentrale Frage für den Markt lautet nun: Handelt es sich bei den aktuellen Entwicklungen um eine vorübergehende Anpassung an die Krise oder um den Beginn eines langfristigen Rückzugs der größten Gläubiger der USA aus amerikanischen Schuldtiteln?

Zur Erinnerung:

Der Markt für US-Staatsanleihen steht bereits aufgrund steigender Renditen unter erheblichem Druck. Die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten hat Inflationsrisiken verstärkt und Investoren dazu gezwungen, eine höhere Risikoprämie für das Halten amerikanischer Schuldtitel zu verlangen.

Zusätzlicher Druck entstand durch den Verkauf ausländischer Vermögenswerte: Allein im März verzeichneten ausländische Investoren Verluste in Höhe von 142,1 Milliarden US-Dollar bei langfristigen US-Staatsanleihen.

Besondere Aufmerksamkeit verdient China. Peking begann etwa einen Monat vor Trumps Besuch damit, Positionen in US-Anleihen abzubauen und reduzierte die Größe seines Portfolios faktisch nahezu um die Hälfte.

Was steckt hinter dieser Strategie?

  • Zunehmende geopolitische Konfrontation zwischen den USA und China.
  • Sorgen über Sanktionsrisiken und mögliche Einfrierung von Reserven.
  • Steigende Schuldenlast der USA.
  • Diversifizierung der Reserven in Gold, Rohstoffwerte und Instrumente außerhalb des Dollarsystems.
  • Bestreben, die Abhängigkeit von der amerikanischen Finanzinfrastruktur zu reduzieren.

Wichtig zu verstehen: Die aktuelle Situation kann noch nicht als Panikverkauf bezeichnet werden. Konsolidierte Statistiken berücksichtigen nicht nur Netto-Käufe und -Verkäufe, sondern auch Neubewertungen von Portfolios und Besonderheiten der Verwahrung von Vermögenswerten über internationale Finanzzentren.

China reduziert beispielsweise den Anteil an Treasuries nicht aufgrund der Erwartung einer unmittelbaren Dollar-Krise, sondern im Rahmen eines umfassenderen Prozesses – des schrittweisen Übergangs des globalen Finanzsystems von der Dominanz einer einzigen Reservewährung zu einem stärker fragmentierten Modell.

Dennoch wirkt dieser Trend nachhaltig. China setzt den systematischen Abbau amerikanischer Schuldtitel vor dem Hintergrund geopolitischer Risiken und einer Politik der Reservendiversifizierung fort. Japan wiederum muss ein Gleichgewicht zwischen der Unterstützung des Yen, der Attraktivität von Treasury-Renditen und den Anforderungen an die inländische Liquidität finden.

Der Markt preist bereits eine höhere Risikoprämie ein: Die Rendite 10-jähriger Treasuries liegt weiterhin bei etwa 4,6%, während die gesamte US-Staatsverschuldung sich der Marke von 39 Billionen US-Dollar nähert.

Und was bedeutet das konkret?

  • Ein Anstieg der Renditen 10-jähriger Treasuries über 4,7–5,0% könnte den Druck auf Wachstumsaktien und den Kryptomarkt erhöhen.
  • Ein Rückgang der externen Nachfrage nach US-Schulden wirkt sich nicht immer sofort auf den Dollar aus, erhöht jedoch die Volatilität des DXY-Index und verstärkt die Unsicherheit an den globalen Märkten.
  • Ein erneuter Renditeanstieg erhöht das Risiko einer Korrektur im Nasdaq und S&P 500 – insbesondere im Technologiesektor.
  • Für den Kryptomarkt bedeutet ein Renditeanstieg traditionell eine sinkende Risikobereitschaft, was einen vorsichtigeren Umgang mit Hebelwirkung erfordert.
  • Besondere Aufmerksamkeit sollte den Aktivitäten der Zentralbanken am Goldmarkt gewidmet werden: Die Nachfrage nach sicheren Anlagen könnte weiter steigen.

Wenn die externe Nachfrage nach US-Staatsanleihen weiter sinkt, werden die USA Investoren durch zunehmend höhere Renditen halten müssen. Das bedeutet zusätzlichen Druck auf Wachstumsaktien, Immobilien und digitale Vermögenswerte.

In einem solchen Umfeld könnten Gold und defensive Instrumente widerstandsfähiger sein als der Gesamtmarkt. Dennoch ist es noch zu früh, von einer großflächigen Flucht aus dem Dollar zu sprechen.

Deshalb handeln wir klug und vermeiden unnötige Risiken.

Viel Erfolg und gute Profite für alle!