Die Nahoststrategie der USA könnte in einer politischen Niederlage enden

Trump verlor oder ein Sieg ohne Ergebnis

EUR/USD

Schlüsselzone: 1.1600 - 1.1650

Buy: 1.1680 (bei stark positivem fundamentalen Hintergrund); Ziel 1.1800-1.1850; StopLoss 1.1620

Sell: 1.1550 (bei einem bestätigten Durchbruch über 1.1600); Ziel 1.1400-1.1350; StopLoss 1.1620

Die Militärkampagne, die Trump in einen schnellen außenpolitischen Erfolg verwandeln wollte, zeigt zunehmend Anzeichen dafür, sich zu einem langfristigen strategischen Problem zu entwickeln. Trotz erheblicher wirtschaftlicher und militärischer Verluste Irans behält Teheran wichtige Einflusshebel und könnte langfristig sogar mehr politische Vorteile aus dem Konflikt ziehen als seine Gegner.

Das wichtigste erklärte Ziel der Operation – die Einschränkung des iranischen Atomprogramms – bleibt unerreicht. Darüber hinaus zeigt Teheran weiterhin nur minimale Bereitschaft zu bedeutenden Zugeständnissen in dieser Frage.

Die anhaltende Kontrolle Irans über die Straße von Hormus sowie die Stabilität des bestehenden politisch-religiösen Regierungssystems schränken Washingtons Fähigkeit erheblich ein, taktische militärische Erfolge in einen umfassenden geopolitischen Sieg umzuwandeln.

Zur Erinnerung:

Während seines Wahlkampfes für eine zweite Amtszeit versprach Donny, langwierige militärische Interventionen im Ausland zu vermeiden. Dennoch sind die Vereinigten Staaten in einen Konflikt verwickelt worden, der sowohl seinem internationalen Ruf als auch seiner innenpolitischen Position erheblichen Schaden zufügen könnte.

Die Militäroperation dauert inzwischen doppelt so lange wie der von Trump festgelegte Zeitraum von sechs Wochen nach dem Beitritt der USA zu den israelischen Maßnahmen am 28. Februar. Obwohl der politische Kern der MAGA-Anhänger die Operation zunächst unterstützte, bleibt die Position der Republikanischen Partei im Kongress verwundbar.

Vor dem Hintergrund einer weiteren Runde politischer Erklärungen stellt sich die Lage derzeit wie folgt dar:

  • Trump behauptet, dass die Straße von Hormus unmittelbar nach Unterzeichnung eines vorläufigen Rahmenabkommens wieder geöffnet werde. Ein endgültiges Abkommen könnte später die Übergabe iranischer Vorräte an angereichertem Uran an die Vereinigten Staaten beinhalten.
  • Die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) hingegen bestehen darauf, dass Iran die Kontrolle über die Straße von Hormus behalten wird.
  • Laut Teheran soll die wirtschaftliche Erholung Irans unter anderem durch Transitgebühren für die Passage durch die Straße von Hormus finanziert werden.
  • Die iranische Seite schlägt vor, die Diskussion über das Atomprogramm und die Uranvorräte auf die nächste Verhandlungsphase zu verschieben.
  • Washington fordert die Öffnung der Straße von Hormus vor der Aufhebung der Sanktionen und ist bereit, lediglich rund 25 % der iranischen Vermögenswerte freizugeben – wobei diese Option nach aktueller Rhetorik für Teheran offenbar akzeptabel erscheint.
  • Der Mechanismus zur Lösung der „Atomfrage“ bleibt unklar. Iran besteht weiterhin darauf, dass Gespräche erst nach dem Ende der Kampfhandlungen, der Wiederherstellung des Schiffsverkehrs durch Hormus, der Aufhebung der Hafenbeschränkungen, der Freigabe ausländischer Konten und der Klärung von Entschädigungsfragen möglich sind.
  • Teheran hat bislang weder echte Fortschritte bei den Verhandlungen noch die Wahrscheinlichkeit eines Rahmenabkommens oder die Bereitschaft zur Aufhebung der Blockade der Straße von Hormus bestätigt. Die offiziellen Kommentare bleiben inhaltlich begrenzt.

Was bedeutet das für die Märkte?

Derzeit erscheint die Unterzeichnung eines kurzfristigen Rahmenabkommens innerhalb der kommenden Wochen als wahrscheinlichstes Szenario.

Für die Finanzmärkte spielt die Frage der iranischen Uranreserven derzeit eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist die Wahrscheinlichkeit der Wiedereröffnung der Straße von Hormus und einer Stabilisierung der Energieversorgung – genau dieser Faktor könnte die geopolitische Risikoprämie in Rohstoffpreisen rasch reduzieren.

Eine zusätzliche Herausforderung für Trump besteht in der Notwendigkeit, mit einer neuen Generation iranischer Führungspersönlichkeiten zu verhandeln, die als härter und weniger kompromissbereit gelten.

Gleichzeitig steigen die Risiken einer Verschlechterung der Beziehungen zu europäischen Verbündeten, von denen viele sich weigerten, die amerikanische Strategie aktiv zu unterstützen.

Auch für Europa bleibt die Lage schwierig: Die Region sieht sich erneut einer Kombination aus verlangsamtem Wirtschaftswachstum und steigenden Preisen infolge des energiepolitischen Schocks rund um Iran gegenüber.

Die europäischen Behörden suchen weiterhin nach einem Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher Unterstützung und Haushaltsdisziplin.

Am Devisenmarkt hält EUR/USD seine bullische Eröffnungslücke aufrecht und bleibt nahe der Marke von 1,1650, unterstützt durch die sinkende Nachfrage nach dem US-Dollar als sicherem Hafen vor dem Hintergrund vorsichtigen Optimismus hinsichtlich eines möglichen Abkommens zwischen den Vereinigten Staaten und Iran. Eine weitere Stärkung des Währungspaars hängt jedoch direkt von bestätigten Fortschritten bei den Verhandlungen ab.

Deshalb handeln wir klug und vermeiden unnötige Risiken.

Allen gute Gewinne!