Die Geopolitik lässt Goldkäufern keine Chance

Gold wird zu einem unrentablen Vermögenswert

XAU/USD

Schlüsselzone: 4,400.00 - 4,650.00

Kauf: 4,680.00 (bei einem klaren Ausbruch über die Zone von 4,600); Ziel 4,800-5,000; StopLoss 4,580.00

Verkauf: 4,350.00 (vor dem Hintergrund stark negativer Fundamentaldaten); Ziel 4,000.00; StopLoss 4,450.00

Goldhändler bleiben zurückhaltend, da Hoffnungen auf Frieden im Iran mit den restriktiven Zinserwartungen der US-Notenbank und einem starken US-Dollar kollidieren. Der Goldpreis handelt mit einer leichten bärischen Tendenz, bleibt jedoch innerhalb der breiteren Handelsspanne, die seit Beginn dieser Woche besteht.

Die zunehmenden Erwartungen an Zinserhöhungen durch die US-Notenbank in diesem Jahr unterstützen weiterhin den US-Dollar und schwächen die Position von Gold.

Die zerstörerischen wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten werden in den Ergebnissen von Unternehmensumfragen zunehmend sichtbar. Vorläufige PMI-Daten für Mai zeigten nur ein moderates Wachstum der Geschäftstätigkeit, da die Nachfrage erneut durch einen weiteren Preisanstieg belastet wurde, während Arbeitsplätze abgebaut wurden, da Unternehmen steigende Kosten und verschlechterte wirtschaftliche Aussichten befürchteten.

Am Goldmarkt ist keine signifikante Reaktion auf die jüngsten Wirtschaftsdaten zu beobachten. Der Spot-Goldpreis lag zuletzt bei $4,505.30 und fiel im Tagesverlauf um fast 1 %. Gold könnte erneut die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich ziehen, da die Dynamik im US-amerikanischen Industrie- und Dienstleistungssektor weiterhin gedämpft bleibt.

Die Renditen amerikanischer Staatsanleihen sind derzeit der gefährlichste Faktor für Gold-Bullen. Der Markt ist besorgt über steigende Inflation, hohe Ölpreise, militärische Risiken und die wachsende Staatsverschuldung der USA. Historisch betrachtet üben Renditen 10-jähriger Staatsanleihen über 4.5 % Druck auf XAU/USD aus. Sollten die Renditen über 4.7–4.8 % steigen, könnte sich der Goldrückgang beschleunigen.

Dennoch wird Gold nur durch geopolitische Faktoren vor einem vollständigen Einbruch bewahrt. Die Hauptrisiken bleiben unverändert: der Konflikt rund um den Iran, eine mögliche Blockade der Straße von Hormus, Spekulationen am Ölmarkt sowie Kapitalflucht in sichere Anlagen. Jede Eskalation im Nahen Osten könnte Käufer sofort zurück in den Goldmarkt bringen und einen weiteren Short Squeeze auslösen.

Und was bedeutet das?

In der kommenden Woche sollten Reden von Vertretern der US-Notenbank, US-Inflationsdaten, die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen, der DXY-Dollarindex sowie natürlich Nachrichten zu Iran und Öl besonders aufmerksam verfolgt werden. Der Konflikt zeigt kurzfristig kaum Anzeichen einer Entspannung, was die Märkte insgesamt unter Spannung hält.

Gold befindet sich weiterhin in einer Phase hoher Volatilität, jedoch ohne klaren Trend.

Langfristig bleibt Gold ein strukturell starker Vermögenswert und eine Absicherung gegen Inflation sowie Schuldenkrisen. Der Markt befindet sich derzeit jedoch in einer Phase starker Überkauftheit und ist zu stark vom geopolitischen Nachrichtenumfeld abhängig.

Große Zeitrahmen deuten darauf hin, dass die Bären weiterhin die Kontrolle behalten, sich jedoch in einer Pause befinden. Verkäufe sind nur bei Rücksetzern von starken Widerstandsniveaus sinnvoll, während Käufe nur bei Unterstützung durch fundamentale Faktoren gerechtfertigt sind.

Deshalb handeln wir klug und vermeiden unnötige Risiken.

Allen gute Gewinne!