Warum Japans Deviseninterventionen zunehmend ihre Wirkung verlieren

Der Yen verliert an Unterstützung

USD/JPY

Schlüsselzone: 159.50 - 160.50

Kauf: 161.00 (bei einem Rücksetzer nach dem Retest von 160.00); Ziel 162.50-163.50; StopLoss 160.40

Verkauf: 159.00 (bei einem klaren Durchbruch von 160.00); Ziel 157.50-156.50; StopLoss 159.60

Die japanischen Behörden haben Rekordsummen zur Unterstützung der Landeswährung ausgegeben, doch die Wirkung der Interventionen blieb begrenzt. Der Bestand an ausländischen Wertpapieren in den internationalen Reserven Japans verringerte sich um 75,6 Milliarden US-Dollar – ein Betrag, der nahezu den Ausgaben für die groß angelegten Devisenmarktinterventionen der vergangenen Monate entspricht.

Der Hauptgrund für den Druck auf den Yen bleibt unverändert: Die Renditedifferenz zwischen zweijährigen Staatsanleihen der USA und Japans weitet sich weiter aus. Seit Anfang Februar stieg der Spread von 2,12 % auf 2,60 %, wodurch US-Dollar-Anlagen attraktiv bleiben und Positionen gegen den Yen begünstigt werden.

Vertreter des japanischen Finanzministeriums bestätigten, dass die Deviseninterventionen einer der Hauptgründe für den größten Rückgang der Währungsreserven in der Geschichte des Landes waren.

Zur Erinnerung

Zur Finanzierung der Maßnahmen zur Stützung des Yen nutzte Tokio Investitionen in ausländische Wertpapiere, darunter US-Staatsanleihen.

Dieses Vorgehen sorgt in Washington für Besorgnis. Die Trump-Regierung beobachtet die Lage am US-Anleihemarkt genau und ist nicht an einem groß angelegten Verkauf von Staatsanleihen durch die größten ausländischen Gläubiger interessiert.

Trotzdem führte Japan die größte Devisenintervention seiner Geschichte durch – und das unter deutlich anderen makroökonomischen Bedingungen als in früheren Jahren.

Das entscheidende Merkmal der Situation im Jahr 2026 besteht darin, dass die Finanzierung weder über den Staatshaushalt noch über die Bank of Japan erfolgte. Wie bereits zuvor wurde ein spezieller staatlicher Fonds genutzt – das Foreign Exchange Fund Special Account.

Mehrere Faktoren belasteten den Yen gleichzeitig:

  • ein erneuter Anstieg der weltweiten Ölpreise;
  • die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten;
  • eine steigende Nachfrage nach dem US-Dollar als sicherem Hafen;
  • höhere Kosten für Japans Energieimporte;
  • anhaltend höhere Renditen amerikanischer Staatsanleihen.

Vor diesem Hintergrund baute der Markt aktiv Short-Positionen gegen den Yen auf. Schätzungen von Reuters zufolge näherte sich das Volumen spekulativer Short-Positionen der Marke von 9 Milliarden US-Dollar.

  • Washington hat bislang keine offene Unzufriedenheit mit den Maßnahmen Tokios gezeigt. US-Finanzminister Scott Bessent sprach öffentlich dem Gouverneur der Bank of Japan, Kazuo Ueda, sein Vertrauen aus und machte damit deutlich, dass die USA weitere Zinserhöhungen in Japan erwarten.
  • Ende Mai sanken die internationalen Reserven Japans auf 1,09 Billionen US-Dollar. Trotz des Rückgangs reicht dieses Volumen weiterhin aus, um bei Bedarf weitere Interventionen durchzuführen.
  • Die Fremdwährungseinlagen, die ebenfalls als Finanzierungsquelle dienen können, blieben mit 162 Milliarden US-Dollar nahezu unverändert.
  • Der Verkauf amerikanischer Staatsanleihen wird derzeit noch nicht als kritische Bedrohung für den Markt angesehen. Schwerwiegendere Folgen könnten jedoch durch einen groß angelegten Verkauf langfristiger 10-jähriger US-Staatsanleihen entstehen, da dies das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage am US-Anleihemarkt stören würde.
  • Tatsächlich erkennen die japanischen Behörden an, dass eine weitere Reduzierung ihrer Bestände an US-Staatsanleihen nicht mehr nur eine Frage der Währungspolitik ist, sondern auch die globale Finanzstabilität betrifft.

Zusätzliche Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer gilt der Sitzung der Bank of Japan am 15. und 16. Juni. Dort wird voraussichtlich über weitere Zinserhöhungen diskutiert.

Gleichzeitig schätzt der Markt die Wahrscheinlichkeit einer geldpolitischen Straffung im Juni auf etwa 92 %, dennoch bewegt sich der Yen weiterhin in der Nähe jener Kursniveaus, die bereits früher Deviseninterventionen ausgelöst hatten.

Darüber hinaus wird das US-Finanzministerium Ende Juni seinen nächsten halbjährlichen Bericht zur Währungspolitik veröffentlichen. Japan bleibt weiterhin auf der Liste der zehn Länder, die von Washington besonders genau beobachtet werden.

Was ist das Ergebnis?

Die wichtigste Schlussfolgerung lautet, dass die Wirksamkeit von Deviseninterventionen allmählich nachlässt.

Zusätzlichen Druck auf den Yen übt auch der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran aus. Japan ist nahezu vollständig von Energieimporten abhängig, und mehr als 95 % seiner Ölimporte stammen aus dem Nahen Osten.

Steigende Ölpreise erhöhen automatisch den Bedarf der japanischen Wirtschaft an US-Dollar zur Bezahlung von Importen und verstärken damit den Druck auf die Landeswährung.

Nach Ausgaben von 11,7 Billionen Yen kehrte der Markt relativ schnell zu den Kursniveaus zurück, die zuvor die Interventionen ausgelöst hatten. Dies zeigt, dass die grundlegenden Kapitalströme weiterhin deutlich stärker sind als direkte staatliche Eingriffe.

Für den Markt ist dies ein wichtiges Signal. Die Investoren haben gesehen, dass selbst Interventionen im Umfang von rund 73 Milliarden US-Dollar nicht in der Lage waren, den langfristigen Abwertungstrend des Yen zu verändern.

Für das japanische Finanzministerium stellt dies ein ernstes Problem dar: Jede weitere Runde zur Stützung der Landeswährung erfordert immer größere Kapitalbeträge, während die Wirksamkeit dieser Maßnahmen gleichzeitig weiter abnimmt.

Daher handeln wir besonnen und vermeiden unnötige Risiken.

Viel Erfolg und gute Gewinne für alle!