Der Preis Fällt Unter Dem Einfluss Falkenhafter Signale Der Notenbank

Gold Vertraut Der Fed Nicht
XAU/USD
Schlüsselzone: 4,100.00 - 4,300.00
Kauf: 4,350.00 (bei einem klaren Ausbruch über 4,300); Ziel 4,500-4,750; StopLoss 4,280.00
Verkauf: 4,000.00 (vor dem Hintergrund starker negativer Fundamentaldaten); Ziel 3,750-3,600; StopLoss 4,070.00
Der US-Dollar erreichte ein Einjahreshoch, da die Erwartungen an eine Zinserhöhung durch die Federal Reserve zunehmen. Der Markt schätzt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung in den USA im Dezember auf 87 %. Gold beendet die Handelswoche erneut mit Verlusten.
Gold verliert Unterstützung durch die Erwartungen an höhere Zinsen. Die vergangenen Monate waren für den Edelmetallmarkt schwierig. Zunächst trieb der Krieg im Nahen Osten die Energiepreise nach oben und verstärkte die Inflationssorgen. Anschließend beließ die Fed die Zinsen unverändert, verschärfte jedoch deutlich ihren geldpolitischen Ton.
Zur Erinnerung:
Gold verliert in der Regel an Attraktivität, wenn die Zinsen hoch sind: Je höher die Rendite von Geldmarktinstrumenten, desto weniger attraktiv wird ein Metall, das keine laufenden Zinserträge generiert.
- Der Anstieg des Goldpreises nach dem Abkommen zwischen den USA und dem Iran war nur von kurzer Dauer. Auch die US-Goldfutures für die Lieferung im August fielen um 1,7 %, wodurch Gold für Anleger anderer Währungen teurer wurde.
- Die Märkte in Festlandchina und Hongkong waren aufgrund des Drachenbootfestes geschlossen, was die Aktivität wichtiger Marktteilnehmer reduzierte. Gleichzeitig belasten der stärkere US-Dollar und die restriktivere Geldpolitik der Fed weiterhin den Edelmetallmarkt.
- Auf dem physischen Goldmarkt Indiens blieb die Nachfrage in dieser Woche verhalten, da die Preise auf ein Zweieinhalbmonatstief gefallen waren und weiterhin stark schwankten, während in China Gold mit Abschlägen gehandelt wurde.
Der insgesamt negative Trend wurde zusätzlich durch Goldman Sachs verstärkt, das seine Goldprognose um weitere 500 US-Dollar senkte. Die Bank erwartet nun einen Goldpreis von rund 4.900 US-Dollar je Unze bis Dezember. Gold besitzt weiterhin Aufwärtspotenzial, dieses dürfte jedoch deutlich geringer ausfallen als bisher angenommen.
Goldman Sachs sieht einen Grund für die Prognosesenkung auch in den schwächeren Aussichten für Zuflüsse in Gold-ETFs.
Sollte die Federal Reserve von Zinssenkungen auf Zinserhöhungen umschwenken, könnte die Nachfrage nach Gold als Absicherung gegen makroökonomische Risiken deutlich zurückgehen. In diesem Szenario halten Analysten einen Rückgang auf 4.400 US-Dollar je Unze bis zum Jahresende für möglich.
Und was bedeutet das?
Die wichtigste Stütze für Gold bleiben die Zentralbanken der führenden Volkswirtschaften.
Selbst nach vorläufigen Schätzungen werden die Zentralbanken weltweit in diesem Jahr etwa 50 Tonnen Gold pro Monat und im kommenden Jahr rund 40 Tonnen pro Monat kaufen. Die Nachfrage des offiziellen Sektors bleibt das zentrale strukturelle Argument zugunsten von Gold.
Derzeit ist das fundamentale Umfeld für Gold eindeutig negativ. Die oberhalb wichtiger Kursmarken aufgebauten spekulativen Positionen verlangen weiterhin nach Liquidierung. Das bedeutet, dass selbst geringfügige geopolitische oder wirtschaftliche Faktoren genutzt werden können, um Stop-Loss-Aufträge auszulösen, ohne den mittelfristigen Trend umzukehren.
Daher handeln wir besonnen und vermeiden unnötige Risiken.
Viel Erfolg und gute Gewinne für alle!